Die Moorsau


MS I (Urform) D-ESAU von Heiner Neumann

Ab 1986 nahmen sich einige unserer Mitglieder um Heiner Neuman, sowie einige Kollegen des MBC Büchen als Projekt die Konstruktion und den Bau eines alltagstauglichen Motormodells vor. Die Konstruktion lag überwiegend in den Händen von Heiner Neumann, er baute auch das Urmodell für den Rumpf. Die weiteren Bauanteile wurden von verschiedenen Team-Mitgliedern bewerkstelligt. Der Rumpf und die Motorhaube ist in GFK ausgeführt, die Tragflächen in Styro/Balsa, bzw. Styro/Abachi, mit 1,5 Zoll Steckungsrohr, das Höhenleitwerk und die Ruder in Balsa. Ein Bügel aus Aluminium und ein lenkbares Spornrad am Heck stellte das Fahrwerk dar. Die Motorisierung bestand in der Regel aus einem Titan ZG38, mit einem für diese Zeit fast noch exotischen Hubraum. Der größte Modellmotor war derzeit ja der Quadra 45! Gesteuert wurde der Flieger von einem Piloten (natürlich mit Schal) im offenen Cockpit, nur geschützt mit einem Windschutz aus Plexiglas.
Der Erstflug dieses Modells erfolgte am 29.03.1987 mit einem Büchener Kollegen. Ein Beweisfoto belegt dieses Datum, sowie das Fluggewicht von 7900 g und die Spannweite von 2180 mm. Auch der erste Bruch des Büchener Kollegen ist belegt: der 19.08.1987. Im Laufe des Jahres 1987 kamen weitere Modelle dieses Typs in die Luft, sodass diesem Kind eigentlich auch ein Name fehlte. Die Flugerprobung zeigte "dat Ding fliegt wie 'ne Sau". Durch die Nähe unseres damaligen Flugplatzes zu einem ehemaligen Moor wurde der Name "Moorsau" (von Lentföhrden) gefunden. Der Zusatz "von Lentföhrden" ergab sich aus der Gemarkung Lentföhrden, zu der der seinerzeitige Platz gehörte.
In der Folgezeit wurde mit den gemachten Erfahrungen eine nochmals verbesserte und vor allem leichtere Version aufgelegt, die als Mark II oder MS II (Moorsau II) bekannt wurde. Mit den Typen MS I und MS II wurde nach der Wende auch der (neue) Osten der Republik "versaut", besonders die Magdeburger Kollegen hatten viel Spaß damit. Bei einem unserer Flugtage wurden die verschiedenen "Mastgewichte" der Moorsauen geprüft: sie reichten von 6 kg bis zu 10,5 kg. Die 6 kg erreichte unser Udo Bergler mit seiner "Rennsau", die 10,5 kg Harry Herberger aus Magdeburg. Sie bekam die Auszeichnung als beste Mastsau, hatte dafür als Mitgift aber auch eine 1-A-Lackierung vom Autolackierer!?

MS II (Elipse) Jürgen Thiel

Es gibt heute in unseren Reihen von der ersten und zweiten Baureihe noch etwa 4 Modelle. Aktuell flugfähig ist nur die von Michael Taje gebaute (siehe Bild) und jetzt im Besitz von Jürgen Thiel befindliche.
In den letzten Jahren kamen verschiedentlich Anfragen zu Bausätzen auf. Fertige Teilesätze sind derzeit nicht mehr vorhanden. Unsere Formen hatte Heiner Neumann vor Jahren an einen Modellbauhändler verkauft, die Spuren haben sich aber verloren. Wenn man im Internet forscht, findet man im Süden der Republik (so ab Nordrhein-Westfalen) einige Vereine und Modellbauer, die vorgeben die Moorsau erfunden zu haben. Mag sein, das unsere Formen dort gelandet sind. Es soll aber definitiv noch ein Formensatz bei einem Büchener Kollegen auf dem Dachboden als Staubfänger dienen! Es wäre also nicht ganz unmöglich noch einmal eine Serie aufzulegen!
Ende der Neunziger/Anfang der 2000er Jahre hat Heiner Neumann mit 4 weiteren Kollegen noch einmal eine vergrößerte Version, die MS III auf die Beine gestellt, von der es 5 Exemplare gab. Diese Version hat eher das Antlitz eines "Semi-Fighters" und wurde hauptsächlich aus Resten anderer Projekte zusammengestellt. Heiner selbst hatte mit dieser Version wenig Freude, da er als Antrieb einen ZG62 verwendete. Dieser Motor mit seiner Magnetzündung ist mit dem Manko einer relativ hohen Leerlaufdrehzahl behaftet, welches weiche Landungen aufgrund des hohen Restschubes nicht gerade einfach gestaltet.
In unseren Reihen gibt es noch zwei weitere Modelle des Typs MS III, die jedoch noch nicht in der Luft waren. Jürgen Thiel baut mehr oder weniger seit 6 Jahren an seinem Modell, für das aber ein ZG45 vorgesehen ist. Jürgen hatte sein Modell schon bei 3 aufeinander folgenden Moorsau-Meetings ausgestellt, mehr als frühen Rohbau.

MS III Rohbau

Der Wettbewerb für Besucher und Piloten bestand darin, den jeweiligen Baufortschritt zu erkennen. Es konnte aber nie ein Preis vergeben werden, da alle meinten es gäbe keine Unterschiede. Jürgen konnte aber nachweisen dass es doch verschiedene neue Details gegenüber dem Vorjahr gab, z. B. Befestigungsschrauben statt Klebebänder!